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Herbsttagung 2016 IGPP & BVPP: "Mit Gefühl denken"


‘Mit Gefühl denken’ impliziert daß man auch ohne Gefühle denken kann. Es geht hier also um eine bestimmte Art des Denkens: ein Denken das sich von Gefühlen leiten lässt, von Gefühlen getrieben wird, Gefühle als ‘Material’ hat, das Erhellen von Gefühlen ist, usw. Im Gegensatz hierzu steht ein Denken, das sich von Gefühlen abgrenzt, sich von diesen abstrahiert und diese ‘be-greift’ in ‘kalten’ Begriffen.

„Mit Gefühl denken“ setzt einen holistischen Weltzugang voraus, der eingebettet ist in Erleben und Erfahrung. In diesem Sinne ist vielleicht alle Philosophische Praxis Erfahrungspraxis oder Begriffsarbeit bzw. gibt es Mischformen zwischen diesen beiden Polen.
Das Kolloquium 2016 wird den Fokus auf Philosophische Praxis als Erfahrungspraxis setzten. Dies in zweierlei Hinsicht: einerseits hinsichtlich der ‘existentiellen’ Erfahrungen der Gäste, andererseits hinsichtlich der Erfahrung die sich in der dialogischen Begegnung zwischen Gast und PraktikerIn entfaltet.

Es sollen folgende Aspekte untersucht werden:
• Was heißt Erfahrung? (Gefühl, Emotion, Stimmung, Erfahrungsgegenstände, Einbettung, etc.);
• Was heißt es dass wir ‘leiblich anwesend’ sind im philosophischen Gespräch? (Leiberfahrung; ‘Body work’, etc.);
• Was heißt es dass unsere Gefühle konstituiert oder produziert werden von dem gesellschaftlichen Umfeld, u.a. von der Arbeitswelt?
• Was heißt es, dass wir in der Philosophischen Praxis ‘an den Erfahrungen arbeiten’? (Methoden, Arbeitsformen);
• Welche ethische Beziehung zwischen Gast/Gästin und PraktikerIn ergibt sich aus einem ‘mit Gefühl denken’?

Programm:
Vorlesungen und Dialoge im Plenum:

  • Dr. Heidemarie Bennent-Vahle: Eröffnungsvortrag über „Mit Gefühl denken“.
  • Prof. Dr. Christiane Funken: Vorlesung über „Wie die Arbeitswelt unsere Gefühle bestimmt”, mit einem Co-Referat von Dr. Ludger Pfeil.
  • Svenja Lüdemann und Leon de Haas: Podiumsdialog über das „Beschreiben von Erfahrungen in der Philosophischen Praxis“. 


Workshops und Seminare:

  • Dr. Cornelia Bruell und Kai Kranner: „Resonantes Verstehen in der Philosophischen Praxis“
  • Dr. Gerald Hofer: „Rhythmisches philosophieren – Begegnung mit dem Unergründlichen“ Roger Künkel: „Erfahrungen eines Psychotherapeuten/Philosophischen Praktikers mit Gefühlen”
  • Dr. Margarete Maurer: „Gefühls-Chaos und Denken in der Pubertät“ (W) + „Philosophische Praxis mit/zu Jugendlichen. Fokus Emotionen – Denken – Erfahrungen machen“ 
  • Thomas Müller: „Emotionalität oder: Was ist das Problem des Problems?“
  • Ellen Wilmes : "Körper- Wort - Geist - Sprache" 

Information und Anmeldung: http://igpp.org