Kinderuni Kunst - Was ist schön?

Wir durften heute wieder mit ein paar höchst ambitionierten, interessierten und kreativen Kindern philosophieren! Völlig selbstverständlich für die kleinen Köpfe, dass doch jede und jeder etwas anderes schön findet, auch wenn unsere Bildershow aus anderen Kulturen und Zeiten sie dann doch zu dem einen oder anderen "grauslig" veranlasst hat. Wir haben versucht herauszufinden, ob uns allen dasselbe als schön erscheint, indem wir uns am schönsten denkbaren Baum versucht haben. Das Ergebnis: bunt, vielfältig, alle einzigartig schön. Wir freuen uns auf nächstes Jahr bei der Kinderuni!

Kai Kranner bei der mentalen Einstimmung auf das Philosophieren... So was geht nur an der Uni für Musik und darstellende Kunst!

Die kleinen DenkerInnen in voller Fahrt!

Bäume wachsen...

Dem kleinen Knietzsche beim Nachdenken über das Schöne zusehen und -hören...

Philosophie am Erich Fried Gymnasium

Ein philosophischer Vormittag mit SchülerInnen der 7. Klasse. Immer wieder berührend, wie viel Potential und Gedankenkraft in unseren Jugendlichen steckt. Über Gerechtigkeit, Gesellschaftsformen und Zukunftsperspektiven. Bedingungsloses Grundeinkommen, Leistungsgesellschaft oder Resonanzphänomen, die Jungen zeigen sich interessiert, reflektiert und mutig.  Trotz der nahenden Ferien, anstehenden entscheidenden Prüfungen und einer hochsommerlichen Raumtemperatur. Danke für den wunderbaren Vormittag !

WANDERUNG AUF FREIEM FELD

Wenn Vergangenes auf Gegenwärtiges trifft, Philosophie auf Literatur, Heimat über Grenzen geht und Erzähltes sich am Weg macht, dann kann das nur zum beeindruckenden Erlebnis werden. Vom Wetter gut begleitet wanderten 50 Menschen durch das Südburgenland, bestens organisiert, einmalig bewirtet, musikalisch wunderbar umrahmt, literarisch verwöhnt und von uns (Cornelia Bruell / Philoskop und Kai Kranner / denkspuren  ) philosophisch begleitet. Ein eindrucksvolles Erlebnis! Danke an Katharina Tiwald und das Offene Haus Oberwart (OHO)  für die Einladung.

PHILO MOBIL - auf dem Weg zu einer Tagung

Philo Road Trip nach Meißen

4 philosophische Praktiker_innen auf Ihrem Weg zur Frühjahrstagung der Gesellschaft für philosophische Praxis in Meißen - ein Road Trip der anderen Art. Hier wird die Geschichte erzählt - mit stündlichen Updates.

Besetzung:
Kai Kranner - der unerschrockene Waldviertler Fahrer und Resonanzexperte (KAPP)
Donata Romizi - die Queen of philosophical practice
Ran Lahav - der Erfinder der philosophical companionship
Cornelia Bruell - die Slammerin und Verteidigerin des Elfenbeinturms (KAPP)

9:00
Zunächst drei-stündige Anreise zum Treffpunkt ins Waldviertel. Zwei Stunden am Stück in der S-Bahn!! Wann hat man jemals so viel Zeit?? Die zentrale Frage ist nur: ob die Lektüre ausreicht?

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Beim vorbei fahren frage ich mich noch, was die ganzen reichen weißen Männer Freitag Vormittag am Golfplatz zu suchen haben und gerate ins zweifeln, ob die von Chantal Mouffe geforderte Wiederbelebung des Politischen nicht doch reine Utopie ist. Ist die neoliberale Hegemonie vielleicht doch zu weit fortgeschritten, um einer vibrierenden agonistoschen Öffentlichkeit noch mal zum Leben zu erwecken?

Und dann kommt das Waldviertel. - (die Pause ist wichtig! Denn das Waldviertel ist gelebte Pause.) Muss man sich im Waldviertel Gedanken machen über das Versagen sowohl der Globalisierung als auch des Staates, wenn es von beidem nicht betroffen ist? Ist das Waldviertel vielmehr die Inkarnation des von Mouffe geforderten "Föderalismus von unten"? Ich muss einen Waldviertler befragen....

19:00

Viele Stunden später Ankunft in Meißen in der Evangelischen Akademie. Was bisher geschah:

Ran brachte das Thema der Möglichkeit einer Philosophischen Bewegung (im Sinne social movement) auf. Ist es möglich, den Ansatz des Hinterfragens, des Suchens und des Bewusstseins, dass es keine endgültigen Antworten gibt, als politische und soziale Bewegung zu etablieren? - Diese Diskussion dauerte lange! Und es gab verschiedene Positionen. Braucht eine soziale Bewegung nicht einen konkreteren emphatischen Inhalt, mit dem sich Menschen identifizieren können? Reicht ein Zugang zum Leben und Denken aus für eine solche Mobilisierung? Wir sprachen dann über andere, subtilere Formen gesellschaftsrelevant und philosophisch zu wirken (z.B. beim Philosophieren mit Kindern, in der Ausbildung der Pädagog_innen, bei philosophischen Events etc.).

Langsam wurde es - tja - zwar immer noch philosophisch, aber persönlicher. Welches Erlebnis ist es, an das wir uns aus frühester Kindheit erinnern? Die ersten einprägsamen Erlebnisse sagen viel über den philosophischen Zugang zum Leben aus - so die These. Dabei waren ein Erdbeben, Schlafen im Schlauchboot, im Flug gefangen werden, die Trennung vom Zwillingsbruder. Wir kamen auf: Selbstbezüglichkeit und die Beziehung zum anderen, Trennung und Verbundenheit, Bestimmtheit und Unbestimmtheit, die Suche nach Transzendenz.

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Und dann kamen wir doch noch an. Die Fahrt hätte noch lange dauern können - Philosophie kann nicht langweilig werden. Aber auch die Location der Tagung ist nicht zu verachten: die Evangelische Akademie. Soll ich den Namen meines Zimmers nun als ein Zeichen werten? Und ist die bereit gelegte Lektüre am Bett eine Antwort auf die gestellten Fragen? Naja, das müssen wir erst mal sickern lassen...

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Tag 1: geehrt wurden Absolvent_innen des Lehrgangs des Berufsverbandes für philosophische Praxis. Zum Wein inspirierte uns ein epikureischer Kardinal und das Thema, Wie philosophisch mit dem Tod umgehen, wurde umrahmt durch den Blick aus dem klösterlichen Fenster und die aufgestellte Kunst. Alles fügt sich, alles greift ineinander, ergänzt sich, vernetzt, rundet....

Moment. Außer vielleicht diesem hier...

Und zum Schluss...
Sollen nun Philosoph_innen König_innen werden oder nicht? Ich bin mir nicht sicher, ob die notwendigen Entscheidungen, z.B. zum Thema Bildungsreform, schnell getroffen werden würden. Aber einer Sache bin ich mir sicher: das Wohlwollen, die Achtung vor dem anderen, der gegenseitige Respekt und das Vertrauen in Potenziale und die Zukunft wären schon mal eine Wohltat im Vergleich zu derzeitigen Verhältnissen. Schön und hilfreich für alle wäre auf jeden Fall, den Philosoph_innen mehr Gehör zu verschaffen. Ideen ernst zu nehmen und konsequent in die Tat umzusetzen. Wir machen also frohen Mutes weiter, mit unserem Bemühen einer Re-philosophierung der Gesellschaft und individueller Lebensperspektiven...

Identität? - Philosophieren mit der Sekundaria 1

Start nun auch in die Reihe Philosophieren mit der Sekundaria 1 der Montessori Schule Martina Wurzer in Tribuswinkel.

Als Einstieg das Gedankenexperiment "Schiff des Theseus" - wunderbar illustriert beim SRF

Welches ist nun das echte / originale Schiff des Theseus? Oder geht es bei der Frage rein um die Zuschreibung des Besitzes? - unterschiedliche Meinungen. Eine These: das alte verkörpert eher das Spezifische / Besondere des Schiffes von Theseus. Wahrscheinlich liegt Theseus selbst auch mehr an dem alten als dem neuen Schiff.

Wie ist das nun mit unserer Identität? Bleiben wir dieselben über das Leben hinweg? Wenn ja, was bleibt gleich?

Wieder heiße Diskussion. Eine interessante These: man hätte sich das Ich wie eine Babuschka vorzustellen: es kommen immer wieder Schichten dazu, aber im Kern bleibt das alte erhalten. Andere These: das Ich besteht aus Seele und Geist und die sind wie eine formbare, wandelbare Masse - ähnlich der DNA - das Material bleibt aber gleich. Oder ist es doch nur der Name, der sich fortträgt über die Zeit hinweg?

Es war unglaublich spannend! Und ich freue mich auf die nächsten Diskussionen mit den Jung-Philosoph_innen.

Treffen Universitätslehrgang Philosophische Praxis

Die KAPP Mitglieder luden am 10. März zu einem geselligen get-together mit den neuen Teilnehmer_innen des Universitätslehrgangs Philosophische Praxis (2016-18) an der Universität Wien ein. Der Austausch über Möglichkeiten, Perspektiven und Arbeitsweisen in der Philosophischen Praxis stand dabei im Mittelpunkt. Spannende Biografien, lebensweltliche Berührungspunkte mit der Philosophie, Überschneidungen unterschiedlicher Disziplinen und innovative Ansätze zur Entwicklung neuer Berufsfelder: die Philosophische Praxis ist bunt und entwickelt sich munter weiter.

Zudem durften wir unser neues Mitglied Gabriela Schildbach offiziell willkommen heißen.

Es war ein äußerst inspirierender, philosophischer und gemütlicher Abend. Wir freuen uns auf weiter Treffen und Begegnungen!

Rückblick "Verzwickt"

Am 13. Februar hatten wir unsere erste Runde im "Reflexionscafé" (technischer: Interdisziplinäre ethische Fallbesprechung) "Verzwickt" im Kardinal König Haus. Teilgenommen haben (neun) Menschen, die sich als Angehörige zuhause um ihre Eltern, den Partner oder die Partnerin kümmern oder professionell als Krankenschwester bzw. Krankenpfleger arbeiten. Geschichten, die "immer noch bewegen" oder auch gegenwärtig noch so offen und verzwickt sind, dass eine Entschiedenheit erst entwickelt werden muss, wurden geteilt und gemeinsam tiefer erkundet.

Drei Hauptwiderspruchsfelder haben quer über die Geschichten bewegt: Erstens, die wirklich schwierige Balance von Nähe und Distanz in der Sorge um andere. Zweitens der oft tragische Widerspruch zwischen "formaler" (Un-)Zuständigkeit und (dennoch) empfundener Verantwortung, drittens die Widersprüche, die sich aus unterschiedlichen sozialen Rollen heraus ergeben, etwa zwischen Angehörigen und direkt Betroffenen.

Stark sind m . E. die Bilder, Figuren und Strategien, die Menschen wählen, um mit solchen Widersprüchen zurecht zu kommen ("Was für ein Mensch möchte ich sein, um ...?"). Darin liegen Selbst-Erkenntnisse für die eigene Rolle und das eigene Leben, die zu vertiefen sich lohnen würden. Z. B. das Bild einer Pflegeassistentin, die - ausgestattet mit wenig Entscheidungsbefugnis angesichts des zweitgenannten Widerspruchsfelds als "Katalysator" verstehen will (oder muss?). In den drängenden existenziellen Situationen am Lebensende mit den Widersprüchen sehen sich andere als "Fels in der Brandung" in dem Sinne, dass, auch wenn Kompromisse und Selbst-Verstellungen notwendig sind, man sich immer seinens ur-eigensten Standpunkts dennoch vergewissert. Neben diesen Bildern sind Strategien - die sich der Moderator auch gern als "lesson learned" mitnimmt - beispielsweise: die Orientierung am bzw. an der "Schwächsten", wenn schwer erträgliche Kompromisse anstehen sowie eine Änderung des Blicks: Was braucht das soziale System in einer Situation (nicht nur diese oder jene einzelne Person)?

 

 

Die Philosophen kommen!

Ja, die Philosophen kommen…

Ob ins Kino - so wie Richard David Precht im Mai ins Wiener Gartenbaukino - http://die-philosophen-kommen.at/2017/02/precht-im-wiener-gartenbaukino-tiere-denken/, ins Theater (Robert Pfaller - http://die-philosophen-kommen.at/category/robert-pfaller/) oder ins Caféhaus - siehe Nacht der Philosophie http://die-philosophen-kommen.at/category/nacht-der-philosophie/) … die Zeit ist überreif für differenziertes Denken. Precht kommt jedenfalls im philosophischen Mai auch wieder nach Wien und spricht vor allem über sein letztes Buch – Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen.

 

Ob TV-Talkshow, Wirtschaftsforum oder Printmagazin – immer häufiger sind es Denker aus verschiedenen Disziplinen, die zu sämtlichen Themen unseres komplexen Lebens befragt werden: Die Philosophen kommen. Und vielleicht sind gerade sie die neuen Vorbilder, die unsere aufgeklärte Welt heute braucht; sind sie es doch, die sich aufs Denken verstehen – aufs Nach-, Quer- und vielleicht auch Umdenken. Im Stillen und in der Öffentlichkeit. 

Marion Fugléwicz-Bren, Journalistin und Autorin, tritt seit Jahren immer wieder in Dialog mit zahlreichen Philosophen und interdisziplinären Experten, die aus ihren höchst unterschiedlichen Perspektiven die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft beleuchten. Daraus entstanden seit 2013 bereits zwei Bücher mit essayistischen Interviews; das letzte Buch, Aus.Zeit, enthält ausgewählte Blogbeiträge aus dem gleichnamigen Blog http://die-philosophen-kommen.at/blog/.

Ob Gert Scobel, Konrad Paul Liessmann oder Robert Pfaller – eines eint sie alle: Die Vielfalt der sehr verschiedenen Ansätze, die allesamt das Ziel verfolgen, uns auf lustvolle Weise zu neuen Erkenntnissen zu führen. Ein Privileg, das wir uns vielleicht öfter leisten sollten: Nachfragen, Differenzieren, Zuhören. Oder Lesen… 

Buchinfo und Bestellung: http://die-philosophen-kommen.at/subskription-bestellung/